🌍 Roadtrip durch Portugal

Wie plant man einen Roadtrip durch Portugal, wenn GestĂŒte, Feiras und historische Orte die Route bestimmen? Ich erzĂ€hle, wohin mich die Recherche fĂŒr „Auf den Spuren des Lusitanos“ gefĂŒhrt hat, warum Termine und Zeitpuffer dazugehören und welche Ziele ich fĂŒr die Reise-Workshops 2027 prĂŒfe.

REISEN

Agnes

8/7/20266 min lesen

Unterwegs im Zeichen des Lusitanos

FĂŒr meine Recherchen zu Auf den Spuren des Lusitanos habe ich Portugal immer wieder mit dem Auto durchquert. Viele Orte, an denen sich die Geschichte und Gegenwart der portugiesischen Pferdekultur entdecken lassen, liegen außerhalb der großen StĂ€dte: GestĂŒte, historische Stallungen, Handwerksbetriebe, Feiras und weitlĂ€ufige LandgĂŒter. Mit dem Auto lassen sie sich zu Routen verbinden. Und unterwegs zeigt sich, wie unterschiedlich die Regionen Portugals mit ihren Pferden verbunden sind.

Ein Roadtrip auf den Spuren des Lusitanos fĂŒhrt deshalb nicht einfach von einem GestĂŒt zum nĂ€chsten. Mich interessierte bei der Arbeit an meinem Buch, wo diese Pferde gezĂŒchtet, ausgebildet, eingesetzt und gefeiert werden. Ebenso wichtig waren die Menschen, die Zucht, Reitkunst und Traditionen geprĂ€gt haben und bis heute weiterfĂŒhren. Daraus entstand eine Reise durch Landschaften, Geschichte und eine Pferdekultur, die sich in jeder Region etwas anders zeigt.

Von Lissabon ins Ribatejo

Lissabon und seine Umgebung eignen sich gut als Ausgangspunkt. In BelĂ©m arbeitet heute die Escola Portuguesa de Arte Equestre. In Queluz erinnern der Palast, die GĂ€rten und die historischen Reitanlagen an die höfische Welt, in der Pferde zum Alltag und zur ReprĂ€sentation gehörten. Auch das Museu Nacional dos Coches gehört fĂŒr mich zu einer solchen Spurensuche. Die Kutschen erzĂ€hlen von Handwerk, Zeremoniell und den Anforderungen, die an Pferde gestellt wurden.

Von Lissabon fĂŒhrt der Weg in Richtung Norden ins Ribatejo. Entlang des Tejo wird die Landschaft weiter. Hier liegen einige der bekannten portugiesischen GestĂŒte, und hier ist die Tradition der Campinos zu Hause. Ihre Arbeit mit Rindern gehört zu einer anderen Pferdewelt als die höfische Reitkunst. Beides hat den Lusitano und seine Verwendung geprĂ€gt.

GolegĂŁ ist der bekannteste Ort dieser Region. WĂ€hrend der großen Feiras bestimmen Pferde das Bild auf dem Largo do Arneiro. Reiter, ZĂŒchter, HĂ€ndler und Besucher kommen zusammen; ĂŒberall wird geritten, geschaut und gesprochen. Außerhalb der Veranstaltungen zeigt sich GolegĂŁ wesentlich ruhiger. Dann lohnt es sich, den Ort und seine Umgebung genauer anzusehen und auch Adressen einzubeziehen, die wĂ€hrend der Feira leicht ĂŒbersehen werden.

Zu einem Roadtrip durch das Ribatejo können GestĂŒte, historische Höfe und Orte wie die Quinta da BrĂŽa gehören. Welche Besuche möglich sind und sich lohnen, hĂ€ngt von der Jahreszeit, den Veranstaltungen und den jeweiligen Betrieben ab. Viele GestĂŒte sind keine touristischen Einrichtungen mit festen Öffnungszeiten. Ein Termin sollte deshalb immer vorab vereinbart werden.

Weite Wege im Alentejo

SĂŒdöstlich des Ribatejo beginnt eine andere Landschaft. Im Alentejo liegen die Orte weiter auseinander. Korkeichen, Olivenhaine, Weiden und große LandgĂŒter bestimmen viele Strecken. Hier sollte eine Route nicht zu eng geplant werden. Schon die Anfahrt zu einem GestĂŒt kann einen grĂ¶ĂŸeren Teil des Tages einnehmen – und ein GesprĂ€ch vor Ort dauert manchmal lĂ€nger als gedacht.

Alter do ChĂŁo gehört zu den wichtigen Adressen der portugiesischen Pferdegeschichte. Das GestĂŒt Alter Real wurde im 18. Jahrhundert fĂŒr den königlichen Hof gegrĂŒndet. Seine Pferde waren fĂŒr die höfische Reiterei bestimmt; die Zucht besteht bis heute. Ein Besuch lĂ€sst sich mit weiteren Stationen im nördlichen Alentejo verbinden. Auch Vila Viçosa bietet sich als Ausgangspunkt fĂŒr eine Route an, die Pferdezucht, höfische Geschichte und die Landschaft der Region zusammenfĂŒhrt.

Der Alentejo ist keine Region, die sich nebenbei abhaken lĂ€sst. Die Entfernungen, die Hitze im Sommer und die Öffnungszeiten vieler Orte geben den Rhythmus vor. Eine Route durch das Landesinnere braucht deshalb mehr Zeit, als der erste Blick auf die Karte vermuten lĂ€sst.

PalÀste, Handwerk und der Westen

In Sintra und Queluz lĂ€sst sich nachvollziehen, welchen Platz Pferde am portugiesischen Hof einnahmen. Museen, Sammlungen und erhaltene Reitanlagen ergĂ€nzen das Bild, das GestĂŒte und VorfĂŒhrungen vermitteln. Doch auch traditionelle Handwerksbetriebe gehören fĂŒr mich zu einem Roadtrip durch Portugal. SĂ€ttel, Zaumzeug, Stiefel und bestickte Decken wurden fĂŒr bestimmte Arbeitsweisen, Reitstile und AnlĂ€sse entwickelt. Wer sich mit dem Lusitano beschĂ€ftigt, versteht viele Details besser, wenn auch die AusrĂŒstung und ihre Herstellung einbezogen werden.

Im Westen Portugals lĂ€sst sich diese kulturgeschichtliche Route mit dem Atlantik verbinden. Zwischen Estremadura, Oeste und der KĂŒste liegen historische Orte, GestĂŒte und Reitadressen. Die Wege sind kĂŒrzer als im Alentejo, der Verkehr rund um Lissabon kann die Planung jedoch schnell verĂ€ndern. Auch hier lohnt sich ein zusĂ€tzlicher Zeitpuffer.

So könnte eine Route im Norden aussehen.
(Karte: Simplymaps, aus „Auf den Spuren des Lusitanos")

Auch Wildpferde zu beobachten ist in Portugal möglich: Von den Garranos im Norden....
(Foto: Agnes Trosse)

Der Norden hat seinen eigenen Rhythmus

Den Norte haben viele Reisende, die sich fĂŒr Lusitanos interessieren, vielleicht noch nicht so auf dem Schirm. Dabei entwickelt sich auch hier gerade eine Community von Lusitano-ZĂŒchtern und -Begeisterten. Dazu kommt, dass die Landschaft grĂŒner ist, die Besiedlung dichter und die Architektur sich deutlich vom SĂŒden unterscheidet. Rund um Ponte de Lima spielen Pferde bei Feiras, Wettbewerben und regionalen Veranstaltungen eine sichtbare Rolle. Eine Route in den Norden sollte deshalb nicht als VerlĂ€ngerung einer Reise durch Ribatejo und Alentejo behandelt werden. Sie braucht ein eigenes Programm und genĂŒgend Zeit.

Gerade diese Unterschiede haben mich bei der Recherche zu meinem Buch interessiert. Unter welchen Bedingungen haben sich Zucht, Nutzung und TypizitÀt entwickelt? Wie wird heute damit umgegangen? In welche Traditionen ist das Pferd in den verschiedenen Regionen eingebunden? Unterwegs lassen sich diese regionalen ZusammenhÀnge besonders gut nachvollziehen.

Eine gute Route braucht Termine – und Luft im Plan

Portugal wirkt auf der Karte ĂŒberschaubar. Wer mehrere GestĂŒte, Museen, PalĂ€ste und Veranstaltungen miteinander verbinden möchte, merkt allerdings schnell, dass doch relativ viel Zeit auf der Straße vergeht. Hinzu kommen variable Öffnungszeiten, kurzfristig verĂ€nderte Programme und Besuche, die nur nach persönlicher Absprache möglich sind.

FĂŒr meine eigenen Routen plane ich deshalb weniger Stationen pro Tag, als zunĂ€chst machbar erscheinen. Feiras und feste Veranstaltungstermine bilden den Rahmen. GestĂŒtsbesuche werden darum herum angefragt. Dazwischen bleibt Zeit fĂŒr eine Mahlzeit, einen zusĂ€tzlichen Halt, ein GesprĂ€ch, das auch mal lĂ€nge dauern darf oder fĂŒr ganz spontan entstehende Begegnungen.

Mein ReisefĂŒhrer Auf den Spuren des Lusitanos ist aus genau dieser Art des Reisens entstanden. Er fĂŒhrt durch Norte, Ribatejo, Alentejo und Estremadura, stellt GestĂŒte, historische Orte und Persönlichkeiten vor und enthĂ€lt ausgewĂ€hlte Hinweise zu Übernachtungen, Restaurants und Handwerksbetrieben. Das Buch ist auf Deutsch, Englisch, Französisch und Portugiesisch erhĂ€ltlich.

Portugal gemeinsam erkunden

Wer die Routen nicht allein vorbereiten möchte, kann Portugal in einem meiner Reise-Workshops kennenlernen. Diese Workshops sind kulturelle Entdeckungsreisen rund um den Lusitano, portugiesische Reitkunst, GestĂŒte und Feiras. Ich stelle das Programm zusammen, vermittle die historischen und fachlichen HintergrĂŒnde, vereinbare ausgewĂ€hlte Besuche und begleite die Gruppe vor Ort.

Die Gruppen bleiben mit höchstens zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst klein. So bleibt bei den gemeinsamen Besuchen Zeit fĂŒr GesprĂ€che, und auch Änderungen im Tagesablauf lassen sich leichter auffangen.

FĂŒr 2027 prĂŒfe ich derzeit verschiedene thematische Schwerpunkte und Reiseziele: von Ponte de Lima ĂŒber GolegĂŁ bis ins Alentejo Litoral, vom wilden Oeste bis in den östlichen Alentejo mit historischen Orten wie Vila Viçosa und Alter do ChĂŁo. Auch eine Verbindung aus Pferdekultur, Atlantik und Reiten im Oeste ist in Planung. Verbindliche Termine veröffentliche ich, sobald die Termine und Partner bestĂ€tigt sind.

Wichtig: Die Reise-Workshops sind keine Pauschalreisen. Anreise, Unterkunft, Mietwagen beziehungsweise Transfers und Versicherungen werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst gebucht. Ich trete nicht als Reiseveranstalterin auf. Wir treffen uns vor Ort und erkunden die vorbereitete Route gemeinsam. Ich habe aber natĂŒrlich auch fĂŒr all diese Punkte vorab Tipps fĂŒr die Teilnehmer.

Wenn Du ĂŒber die nĂ€chsten Termine informiert werden möchtest, schreib mir mit dem Stichwort „Workshop 2027“ oder trag Dich in meinen Reise-Newsletter ein.

....zu den Sorraias im Alentejo.(Foto: Agnes Trosse)

agnes@motivierte-pferde.de

Tel: +49-172-4344018